19.06.2018

Gesamtschülerinnen nehmen am Johannes-Rau-Stipendiatenprogramm teil

„Wenn Sie eine Person des öffentlichen Lebens aus Israel nach Deutschland einladen dürften, wen würden Sie wählen und warum? Was würden Sie mit der Person unternehmen?“
Diese Frage mussten Schüler/-innen im Rahmen des Aufsatzwettbewerbs zum Johannes-Rau-Stipendium beantworten. Auch Jannika Oebbeke (Q1) und Hannah Cartus (10f), beide Schülerinnen der Gesamtschule Kamen, schrieben einen englisch-sprachigen Essay zu dieser Fragestellung und überzeugten mit ihren Ausführungen zu Hovi Star und Hannah Pik-Goslar.

Sie dürfen nun als zwei von deutschlandweit 20 Schüler/-innen am Johannes-Rau-Programm des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt teil­nehmen.

Im September werden sie jeweils eine Gastschülerin oder -schüler aus Israel bei sich auf­nehmen. Die israelischen Schüler/-innen haben sich durch die Teilnahme an einem Aufsatzwettbewerb der Deutschen Botschaft in Tel Aviv / Israel für dieses Programm qualifiziert. Neben dem Unterrichtsbesuch an der Gesamtschule Kamen steht für die Gastschüler selbstverständlich auch ein interessantes Freizeitprogramm in unserer Region auf dem Plan.

Nach einer Woche in Kamen werden die Gesamtschülerinnen gemeinsam mit ihren israelischen Partnern an einem vielseitigen Programm in Berlin teilnehmen, wo unter anderem der Besuch des Bundespräsidialamtes im Schloss Bellevue, des Auswärtigen Amtes sowie eine Diskussions­runde mit dem Autor Dr. Josef Girshovich auf dem Programm stehen.
„Das Programm in Berlin wird anstrengend, aber ihr werdet einzigartige und tolle Erfahrungen machen und es in bester Erinnerung behalten“, verspricht Julia Lehmler vom PAD.

 

Zunächst aber besuchten die beiden Gesamtschülerinnen mit der betreuenden Lehrerin, Kristina Dryden-Stys, für drei Tage ein Einführungsseminar in Bonn.

Im Rahmen dessen wurden sie gründlich auf den Austausch mit den israelischen Schüler/-innen vorbereitet, denn die Er­war­tungen der Johannes-Rau-Stiftung sind hoch.
Die Schüler sollen den israelischen Jugendlichen ein reales Bild von Deut­schland vermitteln und als Botschafter Deutschlands dienen, wie Susanne Schwarzenberg vom PAD berichtet. Neben wichtigen Aspekten der Kommunikation und der Rolle als Gast­geber, lernten die Jugendlichen von politischen und historischen Spannungs­feldern, über Friedens­hoffnungen bis hin zu Sport und Kultur jede Menge über das Land Israel und insbesondere über seine Beziehungen zu Deutschland.

Ein Treffen mit Allumni des Johannes-Rau-Programmes des Vorjahres bot den diesjährigen deutschen Stipendiaten ausgiebig Raum, Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen und ins­be­sondere praktische Fragen zu klären. 

Auch ein Besuch im „Haus der Geschichte“, wo die deutsche Geschichte nach 1945 an­schaulich dargestellt wird, stand für die Jugendlichen auf dem Programm. Hier lag das Augenmerk insbesondere auf der Klarstellung verschiedener historischer Mythen zu Deutschland.

„Mir ist im Rahmen dieses Seminars noch mal deutlich bestätigt worden, wie wichtig es ist alle Gegebenheiten von zwei oder auch noch mehr Seiten zu betrachten“ äußert Hannah Cartus (10f).

Interessiert und kompetent beteiligten sich die beiden Gesamtschülerinnen an den Work­shops und Diskussionsrunden. Doch auch der Austausch mit den Jugendlichen aus anderen Bundesländern wie u.a. Brandenburg, Thüringen und Niedersachsen, insbesondere zu deren Schulsystemen, kam nicht zu kurz.

Sowohl Hannah als auch Jannika sind nun schon sehr gespannt auf ihre Gastgeschwister und blicken der gemeinsamen Zeit im September voller Vorfreude entgegen. „An Denkanstößen für Diskussionen und Ideen für Gesprächsstoff mit den Israelis mangelt es uns nun jedenfalls nicht mehr“ bemerkt Jannika Oebbeke (Q1) erwartungsvoll.

 

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