10.07.2018

Projektkurs Geschichte/Sport zurück aus den Dolomiten

Seit dem späten Samstagabend (07.07.2018) ist unser Projektkurs Geschichte/Sport zurück aus den Dolomiten. Eine Woche lang wanderten die 10 Schüler/innen unter der Leitung von Herrn Joeres und Herrn Füller über schmale Bergpfade auf den Spuren des Ersten Weltkriegs. Ein Schuljahr lang hatten sich die Exkursionsteilnehmer/innen praktisch (Wanderungen und Klettern) und theoretisch (historischer Hintergrund, Geografie, Wetterkunde und natürlich sportwissenschaftliche Aspekte) auf diese Exkursion vorbereitet.

Bepackt mit schweren Rucksäcken und ausgerüstet mit Wanderschuhen, Helm, Hüftgurt und Klettersteigsets ging es nach einer anstrengenden Nachtfahrt am Sonntag (01.07.2018) an der Talstation der Rotwandwiesenbahn in Sexten/Moos (Italien) los. Nach gut zwei Stunden erreichte die Gruppe die Rotwandwiesenhütte (1924 m), wo wir die erste Nacht in den Bergen verbrachten.

Der Montag (02.07.2018) führte uns auf alten Kriegssteigen zunächst zum Freilichtmuseum "Bellum Aquilarum" auf der Anderter Alpe auf rund 2200 Metern Höhe, wo wir uns die Überreste der Mannschaftsunterkünfte, Kriegsstollen und Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg anschauten. Überall waren noch alte Bretter, Konservendosen, Schrauben, Nägel und vor allem Stacheldraht zu finden. Die anschließende von einem Teil der Gruppe geplante Besteigung der Elferschartenspitze (2650 m) konnten wir wegen drohenden Gewitters nicht vollenden.

Am Dienstag (03.07.2018) stiegen wir zunächst ins Fischleintal ab, um anschließend zur Zsigmondy-Comici-Hütte (2224 m) aufzusteigen.

Am nächsten Tag (04.07.2018) wechselten wir dann – immer auf alten Kriegswegen – zur Drei-Zinnen-Hütte (2405 m), wobei wir die Oberbachernspitze (2675 m) bestiegen. Von oben hatten wir nicht nur eine fantastische Rundumsicht auf die Dolomiten, sondern sogar bis zum Großglockner und Großvenediger. Auch konnten wir zahlreiche Überreste aus dem Krieg sehen: Stollen, Schützengräben, Gebäuderuinen usw.

Am Donnerstag (05.07.2018) starteten wir zunächst gemeinsam. Wir begaben uns auf den Weg zum Paternkofel (2744 m), der durch alte, teilweise stockfinstere Kriegsstollen führt. Nach dieser beklemmenden Erfahrung in absoluter Dunkelheit teilten wir uns auf. Während Lina, Lara, Nico, Stephan, Joel und Moritz mit Herrn Füller die imposante Felsformation der Drei Zinnen umrundeten, setzen Jannika, Finn, Florian und Silas mit Herrn Joeres den Aufstieg zum Paternkofel über den Innerkofler-De Luca-Steig fort, der an den Südtiroler Bergführer und Bergsteiger Sepp Innerkofler erinnert, der 1915 bei einem Himmelfahrtskommando zur Erstürmung des Paternkofels ums Leben kam. In z. T. luftiger Kletterei erreichten wir zügig den Gipfel und stiegen dann über den ebenfalls gesicherten Schartensteig über das Büllelejoch (2519 m) zur Drei-Zinnen-Hütte ab.

Am vorletzten Tag (Freitag, 06.07.2018) unserer Exkursion stiegen wir zur Drei-Schuster-Hütte (1626 m) ab, wo wir die letzte Nacht in den Bergen verbrachten.

Den Samstag (07.07.2018) verbrachten wir größtenteils im Zug, bis wir kurz vor Mitternacht Kamen erreichten.

Fazit: Eine erlebnisreiche, mitunter anstrengende Exkursion mit einer tollen und hoch motivierten Schülergruppe.

Info Projektkurse: Projektkurse können in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe eingerichtet werden. Sie dauern ein ganzes Schuljahr und bieten den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, wissenschaftspropädeutisches Arbeiten bei intensiver Betreuung einzuüben. Am Ende des Schuljahres gibt es eine Note für das ganze Jahr. Die Verpflichtung zum Schreiben einer Facharbeit in einem anderen Kurs entfällt.

An der Gesamtschule Kamen finden Projektkurse regelmäßig statt, meist in den Fächern Religion/Geschichte (Thema: Gegen das Vergessen – Auschwitz), Kunst, Sport und Biologie (jeweils mit wechselnden Schwerpunkten).

(Text: Arnd Joeres; Fotos: Arnd Joeres, Lina Dreher)

 

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