Geschichte der Gesamtschule Kamen

Baustelle
Spatenstich
Modell

Die Gesamtschule Kamen besteht seit 43 Jahren. 1968, zur Zeit der Bildungsreform, stand auch Kamen vor der Frage, wie das Schulwesen zu verbessern sei, zumal die Stadt durch die kommunale Neuordnung 1968 erheblich angewachsen war. So konnte 1969 die neue Schule bei überwältigender Zustimmung durch die Bevölkerung den Betrieb aufnehmen. Zügig wurde der Bau eines neuen Schulgebäudes in Angriff genommen. Es sollte Raum geben für eine etwa 14-zügige Schule samt Oberstufe, also für mehr als 2.500 Schüler.So entstand bis 1975 eine der größten weiterführenden Schulen in Deutschland, in einem weitgestreckten und gegliederten Gebäude samt zwei Sporthallen und Hallenbad, außerhalb der Innenstadt auf einem 140.000 qm großen Gelände.

Der Ausbau der Schule führte zu der Notwendigkeit, Jahr für Jahr 25-30 neue Lehrkräfte einzustellen. Das junge Kollegium zeichnete sich durch viel Engagement aus. Wegen der Größe der Schule entschloss sich die Stadt 1973, die Schule zu teilen.

Die beiden Gesamtschulen wurden auf die Namen der vormaligen Bundestagspräsidenten Carlo Schmid und Hermann Ehlers getauft. 1978 konnten sich die Vertreter des ersten Abiturjahrgangs in das Goldene Buch der Stadt Kamen eintragen; die Zahl der Abiturienten in Kamen hatte sich dank der Gesamtschule schlagartig verdoppelt.

Beide Gesamtschulen begannen, ihr Schulprofil zu entwickeln. Sie machten sich vor allem im Bereich der Schulkultur einen Namen, etwa durch Theateraufführungen und Chorkonzerte. Es gab auch ökologische Initiativen, sichtbar an Schulteich, Schulgarten und Tierhaltung. 1999 wurde die Auszeichnung als Umweltschule in Europa verliehen. Immer wieder beteiligten sich die Schulen auch an gesellschaftspolitischen Projekten, engagierten sich für Frieden und Toleranz, gegen Krieg und Rassismus.1998 konnte daher der Titel Schule ohne Rassismus erworben werden. Partnerschaftsprojekte in Zusammenarbeit mit der Albert-Schweitzer-Gesamtschule in Beeskow (Brandenburg) und dem Liceum in Sulecin (Polen) wurden mehrfach vom Bundespräsidenten ausgezeichnet.

30 Jahre lang war die Gesamtschule neben dem Gymnasium die einzige weiterführende Schule am Ort. Ende der 90er Jahre begann die Zahl der zu benachbarten Realschulen auspendelnden Schüler zu steigen. Der Rat beschloss die Errichtung einer Realschule und einer Hauptschule. Das bedeutete zugleich die Umwandlung der Gesamtschulen in Angebotsschulen und ihre schrittweise Zusammenlegung zu einer sechszügigen Gesamtschule Kamen. Dieser Prozess ist heute im Jahr 2012  abgeschlossen, die Schule ist ab Klasse 5 Lernort für mehr als ein Drittel der Kamener Schülerinnen und Schüler.

 

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